Wenn man Sprichwörter oder Redensarten von einer Sprache in die andere übersetzt, hört sich das meistens ziemlich blödsinnig an. Bei der Übersetzung von amerikanischen Redensarten verhält sich allerdings ein wenig anders. Amerikaner neigen dazu, das Positive zu betonen, das klingt dann auch im Deutschen manchmal sehr poetisch. So werden amerikanische Trainer ihre Spieler nach einer mittelmäßigen Leistung nicht tadeln, sondern lieber betonen, dass ihre Mannschaft noch viel Raum zum Wachsen habe. Tübingens US-Trainer Wesley Blunt ist mit dieser Redensart bestens vertraut, nachdem seine Schützlinge am Sonntag beim Duell der Spitzenreiter in Fürth eine phasenweise bestenfalls mittelmäßige Leistung geboten hatten, sagte er nur: „We still have a lot of room to grow.“
Raum zum Wachsen hatten die Tübinger vor allem in der Verteidigung. Meistens reichte es schon, wenn die Fürther den Ball gegen Tübingens Pitcher Gregor Plankenhorn ins Spiel brachten. Die Tübinger leisteten sich dann entweder einen Fehler oder hatten einfach Pech, am Ende stand meistens ein Punkt für die Pirates zu Buche. Die Offensive der Hawks hatte ihren Betrieb nach zwei Punkten von Rouven Führmann früh eingestellt, doch so plötzlich diese Auszeit gekommen war, so plötzlich kamen die Tübinger zurück. Ein einziger langer Schlag von US-Neuzugang Terrell Johnson brachte drei Punkte, aus einem 4:6 wurde ein 7:6. Wenige Minuten später flackerten die ersten Blitze am Himmel. Dann kam ein Platzregen, der jedem Regenwald-Schauer Konkurrenz gemacht hätte.
Wird eine Baseballpartie nach mehr als der Hälfte der angesetzten Spieldauer wegen Regens vorzeitig abgebrochen, ist das Zwischenergebnis auch das Endergebnis. Am Sonntag war dies der Fall, die Hawks hatten den Sieg also nicht nur ihrer Nervenstärke, sondern auch dem monsunartigen Regen zu verdanken. Die zweite Partie des Tages fiel komplett ins Wasser. Tübingen ist mit fünf Siegen aus fünf Spielen nun alleiniger Tabellenführer der Regionalliga-Südost.
Tübingen Hawks: Helle, Rönnfeldt, Hann, Johnson, Führmann, Gonzalez, Jeworowski, Knuth, Plankenhorn, Pfannebecker, Fischer, Landfried.
Auch die Landesliga-Auswahl der Habichte ist weiterhin ungeschlagen. Der 14:3-Erfolg gegen die Villingendorf Cavemen war der dritte Sieg im dritten Spiel. In der Softball-Verbandsliga schlugen die Hawks die Ladenburg Romans mit 15:9.
Autor: jk



