Baseball Regionalliga
Mo, 15.08.11, 17:02 Uhr

Tiefschlag vor dem letzten Gong

Foto (c) Sebastian Faber
Es gibt Momente, die möchte man bis zum Schluss auskosten wie einen guten Wein. Beim Aufeinandertreffen der Regionalliga-Spitzenteams Tübingen und Haar schienen die Spieler ganz ähnliches im Sinn gehabt zu haben, jede Sekunde des Gipfeltreffens war erfüllt von Spannung und Dramatik: Waghalsige Spielzüge im Angriff und  in der Verteidigung, herbe Rückschläge und nach fünf wilden Stunden doch noch ein versöhnliches Ende für die Hawks. „Das sind die Spiele, für die wir trainieren“, sagte Tübinges Trainer Wes Blunt.

Das erste Spiel des Tages war zunächst von den Defensivreihen bestimmt, bei den Hawks stach vor allem Pitcher Dennis Jeworowski heraus. Lange wankte die Partie hin- und her, in derartigen Spielen sind es dann oft Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen – diesmal zu Gunsten der Disciples. Kurz vor Spielende lag Haar mit 2:1 in Front, Tübingens Angreifer Benjamin Burkhart schlug einen Ball ins Outfield, die kleine Lederkugel hätte nur auf dem Rasen landen müssen, und Tübingen wäre zum Ausgleich gekommen. Stattdessen fing ein Verteidiger der Disciples den Ball in letzter Sekunde aus der Luft, die erste Runde ging an den Verfolger aus dem Münchener Vorort.

Manche Mannschaften hätten sich von einem derartigen Tiefschlag wohl nicht mehr erholt. Die Hawks taumelten jedoch nur kurz, dann wehrten sie sich – sie mussten diese zweite Partie des Tages gewinnen, um ihren Vorsprung in der Tabelle nicht vollends zu verspielen. Es folgte ein wilder Schlagabtausch, Haar ging zweimal in Führung, bedingt durch einen nervösen Auftritt von Tübingens Pitcher Deotate Hann, die Hawks kamen zwei Mal zurück, um kurz vor Schluss zum scheinbar finalen Wirkungstreffer auszuholen: Kapitän Rouven Führmann schlug einen Ball, den er überhaupt nicht hätte erreichen sollen (ein sogennanter Intentional Walk), ins Feld, eine mutige Entscheidung, doch sie zahlte sich aus – das 6:5. Noch einmal rafften sich die Disciples auf, noch einmal legten die Hawks nach, 8:6 kurz vor dem finalen Gong, davon erholte sich Haar nicht mehr. Tübingen liegt drei Spieltage vor Saisonende somit weiterhin drei Spiele vor Verfolger Haar und ist der Meisterschaft zumindest ein wenig nähergerückt.

Tübingen Hawks: Helle, Rönnfeldt, Plankenhorn, Hann, Führmann, Burkhart, Gonzalez, Gluns, Knuth, Jeworowski, Fischer, Heim.

Den nächsten Schritt Richtung Titelgewinn können die Hawks am kommenden Sonntag mit zwei Siegen gegen die Ingolstadt Schanzer unternehmen. Spielbeginn ist um 13 Uhr auf den Reutlinger Wiesen.
Autor: jk